Deutschland ist ein Land, in dem das Duale-Ausbildungssystem eine ganz besondere Bedeutung genießt. So können sich Schulabgänger bereits vor dem Verlassen ihrer Schule auf eine solche Ausbildungsstelle bewerben, um nach der Schule direkt in dem gewählten Beruf zu beginnen. Wie ein deutsches Sprichwort sagt, sind diese Lehrjahre keine Herrenjahre und so gilt es für die Auszubildenden in den kommenden drei Jahren vor allem, sich mit dem gewählten Beruf vertraut zu machen, welchen man später einmal auf Dauer ausüben möchte.

Doch nicht in jedem Bereich lassen sich derartige Ausbildungen finden und so bleibt solchen Menschen, die sich für eine Beschäftigung als Game Designer interessieren, oft nur der Gang zu einem privaten Ausbildungsinstitut, von denen es in diesem Bereich so einige gibt.

Zumindest dann, wenn diese nicht zumindest über die Fachhochschulreife oder das Abitur verfügen und somit ein Studium beginnen können, welches sie auf die späteren Anforderungen im Bereich der Spieleentwicklung vorbereitet. Derartige Studiengänge werden unter anderem an der „h_da“ in Darmstadt angeboten, wo interessierte ein Studium im Fachbereich „Animation and Game“ absolvieren können.

Wer dagegen über keinen höheren Bildungsabschluss verfügt, der hat nur die Möglichkeiten, sich auf Umwegen seinen Weg in die Spielebranche zu suchen oder eine der Ausbildungen, die von privaten Bildungsträgern angeboten werden, zu absolvieren. Dabei handelt es sich in der Regel um schulische Ausbildungen, bei denen jedoch auch in der Praxis an echten Spieleprojekten gearbeitet wird.

So unter anderem an der Games Academy, einer Privatschule im Bereich der Spieleentwicklung, die im Jahr 2000 gegründet wurde. Dort können sich Interessierte für eines von vier Ausbildungsangeboten entscheiden, die eine Dauer zwischen zwei und vier Monaten haben. Darunter auch eine Ausbildung im Bereich Game Design, mit einer Dauer von 2 Semestern sowie zudem in den Bereichen Game Art & Animation, Game Programming oder Game Production, die sich allesamt über vier Semester erstrecken.

Während der Ausbildung werden den Studenten an der Games Academy die wichtigsten Kenntnisse in den verschiedensten Bereichen der Spieleentwicklung, von bekannten Dozenten aus der Spielebranche, vermittelt. Im Anschluss daran müssen die Studenten das neu erworbene Wissen in Studentenprojekte, die sich über ein Semester erstrecken, auch praktisch anwenden, wofür diese in kleinen Teams an der Umsetzung einer Spielidee arbeiten.

Während dieser Projekte lernen die Studenten an der Games Academy den Ablauf einer Spieleentwicklung von Anfang bis zum Ende kennen und müssen hierfür selbstständig die notwendigen Game Design Dokumente erstellen, sich in Teammeetings auf Spielinhalte einigen und hierbei auch spezielle Abgabefristen beachten. So lernen die Studenten schrittweise sämtliche Stadien einer Spieleentwicklung kennen, damit diese nach Ihrer Ausbildung auf die Anforderungen in diesem Bereich vorbereitet sind.

Daneben lernen die Studenten während eines solchen Projekts auch einiges darüber, in welchem Bereich deren ganz eigene Stärken liegen und so kommt so mancher auf diese Weise vielleicht zum Programmieren. Doch auch das Scheitern gehört, wie auch im späteren Berufsalltag, stets mit dazu. So passiert es schon einmal, dass Spiele nicht fertig werden oder zur Projektabgabe noch etliche Fehler beinhalten. Doch auch dies führt zum einen zu einem Lerneffekt und bereitet die Studenten zudem darauf vor, dass auch im späteren Alltag in der Spieleentwicklung nicht immer alles wie geplant vonstattengeht.

Somit eignet sich eine Ausbildung an der Games Academy für all jene, die auf Umwegen einen Weg in die Spielebranche suchen. Jedoch sollten diese berücksichtigen, dass für eine Ausbildung an der Games Academy relativ hohe Kosten anfallen und die Bewerber sich zuvor in einem Bewerbungsverfahren gegen die große Konkurrenz durchsetzen müssen.